Bewerbungstipps

Bewerbungstipps: Mit der Bewerbung abheben – So geht’s

Der Personaler* öffnet deine Bewerbung – und ab jetzt hast du 90 Sekunden Zeit, um ihn auf deine Fährte zu bringen und dieses Gefühl „Das könnte passen, ich will mehr erfahren!“ auszulösen. Mehr Zeit widmen Personalverantwortliche einer Bewerbung bei der ersten Ansicht erfahrungsgemäß nicht. Das ist ganz schön kurz? Richtig, 90 Sekunden sind nicht viel, entscheiden aber darüber, ob deine Bewerbung es eine Runde weiter schafft und genauer unter die Lupe genommen wird oder bereits kurz nach dem Start wieder aus dem Rennen fliegt. Aber wie gelingt es dir zu überzeugen? Welche Bewerbungstipps helfen dir weiter? Mit deiner Bewerbung von der Masse abheben – geht das überhaupt?

Komm mit, ich plaudere aus meiner über 15-jährigen Erfahrung als Bewerbungsexpertin:

Der erste Eindruck

Wenn ich mir eine Bewerbung zum ersten Mal anschaue, gehe ich genauso vor wie ein Personaler: Ich öffne sie, werfe einen Blick auf das Bewerbungsfoto, lese das Anschreiben quer und gehe weiter zum Lebenslauf. Auch hier nehme ich zuerst den Gesamteindruck wahr und überfliege den Werdegang. Mein Auge pickt sich Informationen über Qualifikation und Erfahrung heraus. Und bereits nach diesem ersten Überfliegen habe ich ein Gefühl. Ob ich will oder nicht, der erste Eindruck ist entstanden (und für ihn gibt es bekanntlich keine zweite Chance).

Ich kann so neutral und unvoreingenommen wie möglich an die Bewerbung herangehen, aber bei der Durchsicht passiert etwas mit mir: Das Bewerbungsfoto löst etwas aus, im Idealfall Sympathie, im schlechtesten Fall „Ach du meine Güte!“ (Bei Selfies oder Urlaubsfotos als Bewerbungsbild entfährt mir diese Äußerung tatsächlich ab und zu.) Gestaltung, Struktur und Aufbau der Bewerbung vermitteln, ob der Bewerber mir Wertschätzung entgegenbringt, oder ob alles etwas lieblos, nach Schema F und möglichst universell einsetzbar wirkt. Auch der Schreibstil des Bewerbungsanschreibens hat wesentlichen Einfluss auf das Gesamtbild, das bei mir entsteht. Ist die Sprache aktiv, flüssig, fehlerfrei und leicht verständlich, erreicht mich das Geschriebene auf direktem Weg. Bereits beim Überfliegen kommt die Botschaft an. Werden hingegen lange, stark verschachtelte Sätze mit vielen Fachbegriffen gebaut, blockiert mich das eher. Und im schlechtesten Fall habe ich das Gefühl, ganz viel gelesen zu haben, aber immer noch nichts Konkretes über den Bewerber zu wissen – außer, dass er gerne allgemeingültige Floskeln verwendet. Bei der Bewerbungsdurchsicht entstehen diese Eindrücke durch meine Wahrnehmung und entwickeln sich auf der Gefühlsebene. Ich mache mir – zumeist ganz unbewusst – ein Bild von der Persönlichkeit des Bewerbers. Und genau das ist es, was dich garantiert von allen Mitbewerbern abhebt: deine Persönlichkeit.

Sei authentisch

Je nach Position gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit etliche Bewerber, die über eine sehr ähnliche Qualifikation verfügen und sich auch in punkto Verfügbarkeit und Gehaltsvorstellung im selben Rahmen bewegen. Umso wichtiger ist es, dass du dich mit deiner Bewerbung abheben kannst. Du bist einer unter vielen, und selbst in Branchen mit starkem Personalmangel immer noch einer unter mehreren. Was deine Bewerbung einzigartig macht bist du!

Und genau das darfst du auch zeigen. Eine Bewerbung ist kein sachlicher Behördenbrief, keine Produktbeschreibung, kein Beipackzettel. Eine Bewerbung ist ein sehr individuelles Gesamtbild deiner Qualifikation und deiner Persönlichkeit – ein Arbeitgeber bekommt euch nur im Doppelpack. Deine Bewerbung sollte deshalb nicht sachlich, sondern persönlich und authentisch sein. Sie darf und sollte Emotionen auslösen – denn Emotionen erzeugen Bedürfnisse.

Sieger haben Persönlichkeit

Die Werbung macht sich das immer wieder sehr erfolgreich zunutze: Es werden schöne Bilder von Cocktail trinkenden Menschen am Strand gezeigt, von harmonischen Familienabenden mit dampfender Pizza, und bei uns entsteht innerhalb kürzester Zeit dieses „Das will ich auch“-Gefühl – und schon ist das Bedürfnis nach dem beworbenen Produkt geweckt. Genau dieses Habenwollen, das Interesse an mehr, entsteht im Idealfall auch bei einem Personaler nach der ersten Sichtung deiner Bewerbung. Deine fachliche Qualifikation ist das Produkt, aber deine Persönlichkeit ist es, was dieses Produkt so besonders macht. Das Wort Werbung steckt zu recht in der Bewerbung – mach Werbung für dich, beschreib nicht nur, was du kannst, sondern auch wer du bist. Und so wird sich deine Bewerbung positiv abheben. Deine Qualifikation kann noch so gut sein, wenn du als Persönlichkeit nicht überzeugst, geht deine Bewerbung nicht als Gewinner über die Ziellinie!

Weitere Bewerbungstipps?

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* Und wie immer meine Auffassung zum Gendern: Ich gendere nicht – sondern akzeptiere, toleriere und respektiere! Mir ist es egal, ob du männlich, weiblich oder divers bist – ich schätze dich als Menschen mit all deinen Farben und Facetten.

Ich mag aber auch gut lesbare, verständliche Texte. Das Gendersternchen bewirkt allerdings genau das Gegenteil. Es ist holprig. Und wird Gleichberechtigung wirklich durch ein kleines Sternchen mitten in einem dadurch schwierig auszusprechenden Wort geschaffen?

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